Was Entwickler Christoffer Bodegård hier im Alleingang auf die Beine gestellt hat, sprengt den üblichen Rahmen von Indie-Produktionen. Mit einer geschätzten Spielzeit von 25 bis über 50 Stunden positioniert sich das Spiel als echtes Schwergewicht für Fans von tiefgreifenden Rollenspielen. Die schiere Menge an Inhalten ist beeindruckend: Über 1,25 Millionen geschriebene Wörter füllen die Welt von Esoteric Ebb, was sich in einer enormen narrativen Komplexität widerspiegelt.
Für Spieler bedeutet das vor allem eines: Echte Konsequenzen. Das System trackt laut Entwickler stolze 3.294 Story-Variablen. Jede Entscheidung im Dialog mit den 43 einzigartigen Charakteren oder die Wahl eines der 16 großen Quest-Zweige könnte den Verlauf eurer Ermittlung in der vom Wahlkampf gezeichneten Stadt maßgeblich beeinflussen. Hinzu kommen 21 Nebenquests und über 40 versteckte Aufgaben, die Entdecker belohnen.
Mechanisch bleibt das Spiel seinen Tabletop-Wurzeln treu. Mit 51 anpassbaren Feats für euren Kleriker und 30 implementierten Zaubersprüchen – darunter einige kreative Eigenkreationen – bietet das Kampfsystem genug Tiefe für komplexe Builds. Untermalt wird das politische Chaos in Norvik von einem gewaltigen Soundtrack mit 89 Musikstücken, die die Atmosphäre zwischen Mystery und schwarzem Humor perfekt einfangen sollten. Wer Lust auf philosophische Debatten mit betrunkenen Sphinxe und korrupten Göttern hat, sollte sich den März rot im Kalender markieren.
